Eine geologische und mineralogische Zusammenstellung von
Soeren T. Kittl (Dipl.-Geologe, MSc ) aus Adelebsen.
![]() |
|||
Inhalt |
| Diese Seite wurde erstellt für die Benutzung mit Microsoft Internet Explorer 5 |
|
Basalt gehört zu den magmatischen Gesteinen und stellt in dieser Gruppe den verbreitetsten Gesteinstyp dar. Er tritt in ganz unterschiedlichen, durch die Plattentektonik (Abb. 2) bedingten, geologischen Systemen auf: |
|
|
Der Vogelsberg bildet demnach das Zentrum dieses tektonisch bedingten Vulkanismus,
welcher auch die randlich auftretenden Vorkommen der Bramburg, Grefenburg, Backenberg,
Hoher Hagen usw. bildete. Das Fehlen eines variableren Chemismus der geförderten Vulkanite und postvulkanischer Exhalationen in Form von CO2-reichen Quellen -wie sie hingegen im Gebiet des Vogelsberges, Kassels und Homberg/Efze auftreten- deutet auf eine kurzfristigere vulkanische Aktivität um Adelebsen als in den weiter südlich gelegenen Gebieten hin. Betrachtet man die räumliche Verteilung der Basaltvorkommen in der Umgebung, fällt auf, daß sie nur westlich des Leinetalgrabens auftreten. MURAWSKI (1951 & 1956) begründet dies wie folgt: „(...) erweist sich als Bildungsvorgang für die den Leinetalgraben im Westen innerhalb eines breiten Streifens begleitenden Basaltvorkommen die erneute Aktivierung einer in den Graben von Westen herabziehenden flexurartigen Abbiegungszone im Jung-Tertiär. Es ergibt sich bei dieser Abbiegung in einem breiten Bereich des Übergangs von etwas horizontaler zu ostfallender Schichten-Lagerung eine Zone der Zerrung, innerhalb welcher sich nun präexistierende Spalten verschiedenster Richtungen öffnen können (...). Solche schon älter angelegten und im Tertiär erneut geöffneten Spaltensysteme lassen sich bei den meisten der hier vorhandenen Basaltvorkommen auch tatsächlich nachweisen. - Auf der östlichen Seite des Leinetalgrabens sind solche großflächigen Abbiegungen nicht zu beobachten.“ Neben diesem „Scharniervulkanismus“ wi rd auch diskutiert, daß die Salzlager des Zechsteins im Untergrund der Ostseite des Grabens mächtiger seien als auf der Westseite und den aufsteigenden Basaltschmelzen den Durchlaß verwehrten. |
||
|
Der Basalt der Bramburg ist schüsselartig in Sandablagerungen des Tertiärs (Oberoligozän - Obermiozän) eingelagert. Sowohl bis 1m mächtige Tuffablagerungen zwischen den Sanden und dem Basalt als auch Auswürflinge aus blasig-schaumigem Basalt und Sandsteinen/ Tonschiefern der älteren Buntsandsteinablagerungen deuten auf einen durchaus explosiven Entstehungsvorgang hin. Nach Osten wird der Basalt durch eine Verwerfung gegen die Schichten des Mittleren Buntsandsteins begrenzt. Eine durch den Basalt laufende Verwerfung weist darauf hin, daß auch nach dem Abkühlen der Lava weiterhin tektonische Prozesse stattfanden (MURAWSKI 1956). Der verwitterungsresistentere Basalt der Bramburg hebt sich in Form einer Bergkuppe morphologisch von den weniger resistenten Gesteinen der Umgebung ab. |
||
|
|
Im Steinbruch findet man häufig ca. faustgroße,
rundliche Gebilde aus Basalt. Im Inneren dieser „Kugeln“ findet man "leider"
keine mit Kristallen ausgekleidete Drusen. Vermutlich handelt es sich
auch hierbei lediglich um Gebilde, die bei der Abkühlung entstanden. |
|
|
Unter dem Durchlichtmikroskop erkennt man eine mikrokristalline
Matrix aus nadeligen und tafeligen Plagioklasen, in welcher körnige und
idio - hypidiomorphe
Clino-Pyroxene (~ (Ca, Mg, Fe)2[Si, Al)2O6],
durchschnittlich 0,1 mm groß) (Abb. 5) und bis
1mm große, rundliche Olivine ((Fe, Mg)2 SiO4) eingeschlossen
sind. Der Olivin ist häufig von der Verwitterung angegriffen (Mineralneubildung,
u.z. ein Mineral der Montmorillonit-Gruppe (Bolter 1961)) und läßt sich
dadurch sehr gut vom Pyroxen unterscheiden (Abb. 6). |
|
| Eine Besonderheit des Basaltes der Bramburg sind die in ihm
auftretenden sekundären Mineralbildungen, welche z.T. an nur wenigen Fundorten
der Welt auftreten (KORITNIG 1978). Es treten, abhängig von der Bildungstemperatur,
unterschiedliche Paragenesen (Mineral-Vergesellschaftungen) auf. Beispielsweise
hat die flüssige Basaltschmelze beim Aufdringen verschiedene Gesteinsbruckstücke
durchschlagener Schichten mitgerissen, u.a. Quarzit-Bruchstücke. Bei Temperaturen
um 1100°C erlitten diese Quarzit-Bruchstücke eine Pyrometamorphose,
welche zur Ausbildung eines Pyroxen-Saums um die Einschlüsse führte (Abb.
8 ). |
|
|
Weiterhin hat die Basaltschmelze beim Aufstieg aus den sedimentären Gesteinen
und den in ihnen enthaltenen wasserführenden Tonmineralen, dem Grundwasser und
der Bergfeuchte Wasser aufgenommen. Dieser erhöhte Wasseranteil in der Basaltschmelze
führte in Teilen der Schmelze zu einer geringeren Viskosität (Zähigkeit), zur
Ausbildung größerer Kristalle und einem etwas veränderten Mineralinventar verglichen
mit wasserärmeren Schmelzteilen. Ab sehr viel niedrigeren Temperaturen ab unterhalb 370°C entstanden sekundäre Minerale, welche auf die Abscheidung aus hydrothermalen Wässern/Lösungen zurückzuführen sind: Nach KORITNIG (1978) haben Calcium-, Kalium- und Fluor-haltige heiße, alkalische Lösungen mit dem Quarz des mitgerissenen Nebengesteins reagiert und zur Bildung von Apophyllit (KCa4[F(Si4O10)2].8H2O) und einem Ca-Si-H2O-haltigen Gel geführt. Dieses Gel kristallisierte später zu Gyrolith (Ca2[Si4O10].4H2O, Okenit (Ca3 [Si3O6(OH)3]2.3H2O) oder Tacharanit (Ca12Al2H6[Si3O9].15H2O um. Bei diesen Prozessen wurden beträchtliche Stoffmengen zu- und abgeführt (KORITNIG 1978). Bislang wurden im Basalt der Bramburg 23 sekundär gebildete Minerale beschrieben und es kann nicht ausgeschlossen werden, daß weitere hinzukommen... |
||
|
||||||||||||||
|
Bolter, E. (1961). Über Zersetzungsprodukte von Olivin-Feldspatbasalten. Beitr. Mineral. Petrogr. 8, 111. Koritnig, S. (1978). Die sekundäre Mineralbildung im Basalt der Bramburg bei Adelebsen. Der Aufschluß, Sonderband 28, 168-176. Murawski, H. (1951). Zusammenhänge zwischen Basaltvulkanismus und Tektonik in Niedersachsen. Geologische Rundschau No. 39, 114pp. Murawski, H. (1956). Die tertiären Basaltvorkommen der Umgebung von Göttingen. Neues Jahrbuch für Geologie und Paläontologie. Monatshefte 1956, 580pp. Stille, H. & Lotze, F. (1933). Erläuterungen zur Geologischen Übersichtskarte der Umgebung von Göttingen (Hochschulexkursionskarte No. 3), 1 : 100000. Preuß. geol. L.A. Bln. Wedepohl, K. H. (1968). Die tertiären basaltischen Gesteine im nördlichen Hessen und südlichen Niedersachsen. Zur Mineralogie und Geologie der Umgebung von Göttingen, Der Aufschluss, Sonderband 17, 112-120. |
||